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Ausstellung "Wer waren die 999er?" (2)

Widerstand

Die von Antifaschisten innerhalb der Einheiten der Afrika-Division 999 illegal vorbereiteten Desertationen im Gruppen-, Zug- und Kompaniemaßstab minderten jedoch erheblich die Kampfkraft dieser Einheiten, deren Reste zumeist mit der dortigen Kapitulation, Anfang Mai 1943, ebenfalls in US-Kriegsgefangenschaft gerieten.

Da von den in der Sowjetunion, am Dnjepr, Ende 1943 / Anfang 1944 eingesetzten Einheiten wiederum eine größere Anzahl von Antifaschisten zur "Roten Armee" desertierte, wurden alle politisch Vorbestraften entwaffnet und wieder zur Nachschubbasis, dem Truppenübungsplatz "Boumholder" in der Pfalz, zurückgeschickt.

In Griechenland entfalteten die Antifaschisten eine zwar illegale, aber doch sehr nachhaltig wirkende politische Arbeit innerhalb der Wehrmacht und unter der Zivilbevölkerung. Ein nicht geringer Teil von ihnen desertierte hier zu den griechischen ELAS-Einheiten sowie zu den Partisanen und Volksbefreiungsarmeen Albaniens, Jugoslawiens und Bulgariens, wo sie sich aktiv am militärischen Kampf gegen die Hitlertruppen beteiligten.

Das betraf auch z.T. die in der Ost-Ägäis, auf dem Dodekanes eingesetzten 999er-Bataillone, die zwar von Kampfeinsätzen verschont blieben, aber während des Rückzuges der Deutschen Wehrmacht im Herbst 1944 zurückgelassen wurden und unter schwersten Versorgungsbedingungen dort bis zur endgültigen Kapitulation, am 8. Mai 1945, ausharren mussten.

Danach wurden sie in die britischen Kriegsgefangenenlager in Ägypten transportiert, wo sie mit den schon in Griechenland gefangen genommenen 999er Kameraden - einschließlich der ELAS-Kämpfer, deren Entwaffnung die Briten veranlasst hatten - wieder zusammentrafen.