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Ausstellung "Wer waren die 999er?" (3)

Warten auf die Freiheit

Die aus der Afrika-Division 999 oder den Festungs-Infanterie-Bataillonen 999 desertierten oder während bzw. nach deren Kampfhandlungen gefangen genommenen Regime-Gegner durchlebten ihre Kriegsgefangenschaft in den USA, unter britischem Gewahrsam in Ägypten, unter den Franzosen in Nordafrika sowie in der Sowjetunion, in Jugoslawien, Albanien und Bulgarien. Ihre Situation wurde in diesen Ländern, je nach dem dort vorherrschenden Verständnis zwar unterschiedlich bewertet, ihre politischen Positionen jedoch im Allgemeinen respektiert.

In der Sowjetunion erhielten sie die Möglichkeit, im Rahmen des im Sommer 1943 gegründeten "Nationalkomitees 'Freies Deutschland'" an der breit angelegten Aufklärungsarbeit unter den deutschen Kriegsgefangenen bzw. an den Fronten teilzunehmen. Ähnlich war ihre Rolle auch in Jugoslawien, in Albanien und in Bulgarien. ehemalige 999er als Partisanen in den Reihen der griechischen Volksbefreiungsarmee

In den Vereinigten Staaten von Amerika wurde nach anfänglicher Zurückhaltung die Bildung von "Anti-Nazi-Lagern" in den Forts Kearney, Camp Campbell, Camp Breckinridge, Fort Devens, Mc Cain u.a. Orten sowie die Organisierung von Aufklärungsarbeit unter den deutschen Kriegsgefangenen ermöglicht.

In Ägypten förderten die Briten - entsprechend dem von ihrer Regierung im September 1944 beschlossenen "Reeducation-Programme" - die Bildung von "Anti-Nazi-Lagerabteilungen" in den P0W-Camps 379 und 306 sowie die Tätigkeit antifaschistischer Aktivs bzw. "Demokratischer Arbeitsgemeinschaften" in den Massenlagern von El Daba, in den POW-Camps 307 und 380 sowie in den so genannten "Unabhängigen Arbeitskompanien". Auch hier bestanden günstige Möglichkeiten für die politische Aufklärungsarbeit unter den deutschen Kriegsgefangenen, für die Durchführung allgemeinbildender Kurse und Veranstaltungen und für die Herausgabe von Publikationen.

Ähnlich wurde auch von den Franzosen in Nordafrika verfahren. Es ist fast selbstverständlich hier nachzutragen, dass diese ehemaligen 999er Antifaschisten nach ihrer Rückkehr in die Heimat unter jenen wiederzufinden waren, die sich mit hohem Engagement für die Entwicklung antifaschistisch-demokratischer Verhältnisse einsetzten.