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Der Zweite Weltkrieg: Ursachen, Fakten, Zusammenhänge

Im Gedenken an den Überfall des NS-Regimes auf Polen am 1. September 1939 und dem damit verbundenen Ausbruch des Zweiten Weltkrieges führte die Berliner Gesellschaft für Faschismus- und Weltkriegsforschung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für gute Nachbarschaft zu Polen sowie der Rosa-Luxemburg-Stiftung am 28. August 2009 ein Symposium durch.

Prof. Dr. Werner Röhr, der über die Genese der deutschen Absichten zum Überfall auf Polen referierte, hob hervor, dass nur die absolute Wahrheit über die Ursachen und Zusammenhänge über den Beginn des Zweiten Weltkrieges zur Versöhnung mit den überfallenen Völkern führen könne.

Der 1. September 1939 sei nicht nur der erste Tag des Krieges gewesen, sondern der Beginn des Weges, der über Abessinien, China, Österreich und das Münchener Diktat zum Weltbrand geführt habe. In seinem Vortrag skizzierte Prof. Röhr die vielfältigen Gründe und Ursachen, die zum 1. September 1939 führten und sparte dabei nicht aus, dass Polen gegen seine Nachbarn seit 1918 eine Reihe von Kriegen geführt hatte, mit dem Ziel, Großpolen zu schaffen. Ab Sommer 1939 hätte sich die polnische Regierung intensiv bemüht, einen Krieg mit dem NS-Regime zu vermeiden, lehnte aber jede Hilfe der Sowjetunion ab und verließ sich auf die zugesicherten Bündnisgarantien Großbritanniens und Frankreichs – ohne zu wissen, dass beide Staaten sich insgeheim verständigt hatten, Polen erst dann zu helfen, wenn für beide Länder ein positiver Kriegsverlauf zu verbuchen gewesen wäre.

Der polnische Historiker Dr. Tomasz Chincinski sprach über die vielfältigen Aktivitäten des deutschen Geheimdienstes 1939 und über die intensive und hinterhältige Rolle der in Polen lebenden deutschen Minderheit, als „fünfte « Kolonne für das NS-Regime tätig zu werden.

Prof. Dr. Dietrich Eichholtz arbeitete heraus, dass es dem faschistischen deutschen Staat um die wirtschaftliche Beherrschung der Welt gegangen sei. Anhand von Zahlenmaterial und schlüssigen Dokumenten erläuterte er die Rüstungsvorbereitungen des NS-Regimes und belegte das Zusammenspiel von Wirtschaft und Militär. Dabei betonte er, dass sich Hitler sehr wohl über das Risiko seines Weltherrschaftsplanes bewusst, dennoch fest zum Krieg entschlossen gewesen sei.

Prof. Dr. Siegfried Bünger behandelte in seinem Vortrag die verhängnisvolle Rolle der Nichteinmischungspolitik Frankreichs und insbesondere Großbritanniens.

Über die Stimmung und Erwartung der Deutschen sowie die Reaktion der Machthaber zu Beginn des Zweiten Weltkrieges referierte Prof. Dr. Kurt Pätzhold.

Zu Beginn des Krieges – anders als beim Ersten Weltkrieg – hätten die Deutschen wenig Kriegsbegeisterung gezeigt. Dennoch gab es unter ihnen kaum Beunruhigung über das Kriegsgeschehen.

Die Gestapo-Lageberichte hätten gezeigt, dass der Westwall als Schutzwall angesehen und die gesicherte Versorgung der Bevölkerung gelobt worden seien. Von Kriegsbegeisterung konnte dennoch keine die Rede sein. Den Menschen sei der Krieg als Verteidigungskrieg dargestellt worden.

Günter Wehner