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Sie haben nie aufgegeben

 

(Rez. von Kurt Finker)

Ettie und Peter Gingold - Lebensbilder.

Karl Heinz Jahnke: Sie haben nie aufgegeben. Ettie und Peter Gingold - Widerstand in Frankreich und Deutschland. Vorwort Pierre Kaldor. Pahl-Rugenstein Verlag Nachfolger GmbH, Bonn 1998, 251 S., geb.

Karl Heinz Jahnke: Sie haben nie aufgegeben 

Im Schicksal der 1913 in Sinauti/Rumänien geborenen deutsch-jiddischsprachigen Jüdin Ettie Stein-Haller und des 1916 in Aschaffenburg geborenen Juden Peter Gingold, die sich 1936 in Paris kennen lernten und 1940 heirateten, konzentriert sich deutsche und europäische Geschichte wie in einem Brennglas.

 

Karl Heinz Jahnke hat dem Leben dieser beiden deutschen Kommunisten nachgespürt und eine fundierte Biographie vorgelegt, die das Schicksal von Kämpfern gegen den Faschismus, aber gleichzeitig aus ganz individueller Sicht, nacherleben lässt: Gründung der Freien Deutschen Jugend 1936 in Paris, Leben einer deutsch-jüdisch-kommunistischen Familie mit Kindern in der Illegalität in Frankreich, Teilnahme am Widerstand im Sektor "Travail Allemand" (Arbeit mit den Deutschen) und in der Bewegung »Freies Deutschland« für den Westen (CALPO), Verhaftung und Flucht aus Gestapohaft, Verlust von Familienangehörigen, Teilnahme am Aufstand in Paris 1944, zeitweilig alliierter Kriegsgefangener wegen falschen Verdachts, Teilnahme am Aufstand in Turin 1945, Mitarbeit am Wiederaufbau in Deutschland.

Ettie und Peter Gingold hatten nach Kriegsende und ihrer Rückkehr nicht nur für die materielle Existenz der Familie und für die Erfüllung der freiwillig übernommenen politischen Verpflichtungen in der kommunistischen und antifaschistischen Bewegung zu sorgen. Erst nach heftigen Auseinandersetzungen, die in der Literatur Niederschlag fanden und internationale Dimensionen erreichten (bis zu einem Schreiben von Präsident Mitterrand), erlangte das Ehepaar 1974 die deutsche Staatsbürgerschaft.

Ein Anhang mit persönlichen Erinnerungen, Reden und Dokumenten (größtenteils aus dem Privatarchiv Gingold) vervollständigt das Bild.

 

Gerade heute, da in der BRD der Anti-Antifaschismus kultiviert wird, ist diesem Buch eine weite Verbreitung zu wünschen.